Der Herbst verändert nicht nur unsere Gärten. Auch auf dem Friedhof wird es ruhiger, die Blätter färben sich und die Sommerblumen verabschieden sich nach und nach. Spätestens rund um Allerheiligen stellt sich deshalb für viele die Frage: Wie soll das Grab jetzt aussehen?
Auch wenn vor dem Grabstein oft nur wenig Platz für Pflanzen bleibt, lässt sich dieser Bereich geschmackvoll gestalten. Eine schöne Grabbepflanzung kann dem Grab zu jeder Jahreszeit eine persönliche Note geben und dafür sorgen, dass sein Anblick Freude bereitet – gerade in einer Zeit, in der man besonders häufig an einen verstorbenen Menschen denkt.
Dabei muss eine ansprechende Grabgestaltung im Herbst keineswegs aufwendig sein. Wer wenig Zeit hat oder nicht regelmäßig Unkraut jäten und verblühte Pflanzen ersetzen möchte, kann sich bewusst für eine pflegeleichte Grabgestaltung entscheiden. Robuste Pflanzen, eine passende Bodendecke und eine durchdachte Gestaltung sorgen dafür, dass das Grab auch mit vergleichsweise wenig Pflege ordentlich und schön aussieht.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen verschiedene Ideen für eine Grabgestaltung im Herbst und stellen Beispiele vor, die sich auch für eine pflegeleichte Bepflanzung eignen. Dabei geht es nicht nur um Pflanzen, sondern auch um Möglichkeiten, den kleinen Bereich vor dem Grabstein harmonisch und persönlich zu gestalten.
1. Herbstlicher Kranz

Wie man im Titelbild gut sehen kann, ist diese Bepflanzung im Kreis angeordnet, so dass sie – aus der Vogelperspektive betrachtet – einen Kranz ergibt. Dabei haben wir vor allem auf im Herbst blühende Stauden und immergrüne Pflanzen gesetzt:
Die verwendeten Pflanzen:
- Efeu: Die Kletterpflanze ist immergrün und hat eine jahrelange Lebensdauer. Deshalb muss Efeu nie ausgetauscht werden. Allerdings fängt sie nach einiger Zeit an, zu wuchern, und muss regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit sie nicht den gesamten Pflanzbereich dominiert und sogar am Grabstein hochwächst!
- Chrysanthemen: Die beliebten Herbststauden gibt es in den unterschiedlichsten Blütenfarben. Hier haben wir auf ein herbstliches Orange gesetzt. Chrysanthemen sind häufig nicht frosthart und müssen daher spätestens im Frühjahr durch andere Gewächse ersetzt werden.
- Heidekräuter: Die in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlichen Pflanzen gehören zu den Klassikern im Herbstbeet. Genau wie Chrysanthemen werden sie sogar im Supermarkt verkauft. Heidekraut ist anspruchslos und pflegeleicht, sieht dabei aber stets stilvoll aus. Ein Muss in der herbstlichen Grabbepflanzung.
- Silberblatt & Silberdraht: Diese Pflanzensetzen durch ihr helles Laub Highlights in der Grabbepflanzung. Oft behalten sie ihre Struktur den ganzen Winter über und sehen dabei sehr edel aus.
2. Findlinge: natürlich und erdverbunden

Hier wurde das Grab mit unterschiedlich großen Findlingen und Natursteinen gestaltet. Denkbar sind beispielsweise zwei bis drei größere Findlinge, dazwischen kleinere Steine, die einen imaginären Bachlauf formen. Der Grabstein selbst könnte aus demselben oder einem bewusst kontrastierenden Material bestehen.
Diese Grabgestaltung strahlt Ruhe und Kraft aus.
Damit die Steine nicht allzu nackt wirken, kann zum Beispiel der immergrüne Bärenfell-Schwingel dazwischengepflanzt werden. Dieses Ziergras bildet Polster, die sich nur ganz langsam ausbreiten. Auch typische Steingartenpflanzen passen zu dieser Grabgestaltung. Zu nennen wären hier Sedum, Teppich-Phlox oder Gämswurz.
3. Kiesgrab: ruhig & modern

In Punkto Pflegeleichtigkeit verhält es sich beim Kiesgrab ganz ähnlich wie bei der o.g. Findlings-Grabgestaltung. Allerdings wirkt das Kiesgrab in seiner Gestaltung moderner und ordnetlicher als das doch recht archaisch anmutende Grab mit den Findlingen.
Das Grab wird fast vollständig mit feinem hellem oder dunklem Kies gestaltet. Darin liegt beispielsweise eine einzelne größere Natursteinplatte oder ein flacher Findling. Der Grabstein bleibt der klare Mittelpunkt. Kies kann in unterschiedlichen Flächen oder geometrischen Formen angeordnet werden – etwa als geschwungene Linie, die auf den Grabstein zuläuft.
Allerdings müssen die kleinen Steine hin und wieder von Laub, Zweigen, vertrockneten Blüten und anderem Unrat befreit werden, damit das Kiesgrab ansehnlich bleibt.
4. Grabbepflanzung zu Allerheiligen

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen eine Grabbepflanzung vorstellen, die besonders gut zu Allerheiligen passt – und doch noch einmal die Grabgestaltung mit Findlingen aufgreift. Der mittig vorm Grabstein drappierte Herbstkranz setzt mit Kiefernzapfen und Zierkürbissen Akzente, während die Kerzen/Laternen in der zunehmenden Dunkelheit Licht spenden.
Die verwendeten Pflanzen:
- Herbst-Alpenveilchen: Die kleinen Stauden blühen in Rosa, Rot und Weiß und fühlen sich besonders wohl, wenn sie an schattigen Plätzen gepflanzt werden. Sie blühen bis in den November hinein. Da sie winterhart sind, treiben sie jedes jahr aufs Neue aus.
- Purpurglöckchen: Das hier gezeigte Purpurglöckchen hat violette Blätter. Die Blattschmuckstaude ist jedoch auch in anderen Farben erhältlich. Da auch diese pflegeleichte Pflanze frosthart ist, kann man sich über viele Jahre an ihr erfreuen.
- weiterhin wurden Heidekraut und Sedum gepflanzt (Beschreibung siehe oben)
Eine schöne Grabgestaltung muss nicht aufwendig sein. Mit robusten Pflanzen, Natursteinen, Kies und einigen herbstlichen Akzenten lässt sich auch ein kleiner Bereich vor dem Grabstein ansprechend gestalten, ohne dass ständig neue Pflanzen gesetzt oder Unkraut entfernt werden muss. So bleibt das Grab ein würdevoller und persönlicher Ort – und bereitet auch beim nächsten Besuch noch Freude.





